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19.07.2017
, Hoyerswerda
Borreliose nach Zeckenstich - Gesundheitstipp von Chefarzt Dr. Andreas Linsa
Was sich Wochen oder Monate nach einem Zeckenstich entwickeln kann

Dr. med. Andreas Linsa, M.mel., Chefarzt der Klinik für Neurologie am Lausitzer Seenland Klinikum in Hoyerswerda © Lausitzer Seenland Klinikum GmbH, Fotograf Gernot Menzel

Zecken! – Wo man sie findet und wie man sich schützt, ist bekannt. Oftmals bleibt der Zeckenstich aber unerkannt und der Übeltäter ungesehen, doch die Borreliose tritt oft noch Wochen später auf. Dr. Andreas Linsa, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Lausitzer Seenland Klinikum, erklärt, auf welche Symptome Sie nach einem Zeckenstich – auch nach Wochen und Monaten - achten sollten.

„DEN  typischen Krankheitsverlauf der Borreliose gibt es nicht. Sie kann zahlreiche Symptome hervorrufen, die einzeln oder in verschiedenen Kombinationen auftreten können“, weiß Dr. Linsa, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Lausitzer Seenland Klinikum in Hoyerswerda. „Ein durchaus charakteristischer Hinweis ist die nach einigen Tagen bis Wochen auftretende ringförmige Hautrötung namens „Wanderröte“ (Erythema migrans). Weitere allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen oder Müdigkeit können hinzukommen.“

Auch eine Neuroborreliose kann schon wenige Wochen nach einer Infektion entstehen. „Charakteristisch hierfür sind brennende Nervenschmerzen, die sich typischerweise nachts verschlimmern, sowie Lähmungen von Hirnnerven, vor allem des Gesichtsnervs“, so Dr. Linsa weiter. Bei Verdacht auf eine Neuroborreliose sollte eine Nervenwasseruntersuchung erfolgen. „Eine rechtzeitige antibiotische Therapie kann jedoch späten Erscheinungsformen der Krankheit entgegenwirken. Dabei ist eine zwei- bis dreiwöchige Behandlung ausreichend. Eine längere Behandlung oder die Kombination mehrerer Antibiotika haben keine Vorteile.“

Eine mögliche Folge der Infektion können auch Herzrhythmusstörungen sein, die bereits wenige Wochen nach dem Zeckenstich auftreten. Seltener kommt es hingegen zu einer Hirnhautentzündung oder zu Muskellähmungen des Rumpfes oder der Extremitäten.

Der Chefarzt betont: „Nur bei etwa einem Prozent der Menschen, die von einer Zecke gestochen worden sind, kommt es zu einem bedeutenden Ausbruch der Infektion.“ Das Infektionsrisiko steigt jedoch nach deutlich einer längeren Saugzeit der Zecke von mehr als zwölf Stunden. Entfernt man die Zecke dagegen frühzeitig und korrekt, ist das Übertragungsrisiko der Borrelien nur sehr gering.

Auch Monate oder Jahre nach dem Zeckenstich können sich noch immer Gelenkentzündungen, vor allem der großen Gelenke, oder die sogenannte Herxheimer-Krankheit entwickeln. Dies ist eine chronische Hautentzündung meist an den Außenseiten der Arme und Beine oder an den Körperenden. Am Nervensystem können in dieser Phase Hirn- und Rückenmarksentzündungen, Polyneuropathien  oder Hirngefäßentzündungen entstehen, die zu Schlaganfällen führen können.

Aus seiner Erfahrung heraus weiß Dr. Linsa: „Auch Jahre nach einer erfolgreichen Therapie können Antikörper gegen Borrelien in Blut und Nervenwasser wieder gesunder Menschen nachweisbar sein. Sie bedeuten jedoch nicht, dass die Infektion weiterhin aktiv ist.“

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Laura Thieme
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